Eine Klamm ist kurz, aber kein Spazierweg. Die Wege sind nass, eng und gehen oft über Hunderte Stufen. Mit ein paar Vorbereitungen wird der Ausflug trotzdem entspannt – für Erwachsene wie für Kinder.
Ausrüstung für die Klammwanderung
- Schuhe: knöchelhohe Wander- oder Trailschuhe mit gutem Profil. Turnschuhe mit glatter Sohle rutschen auf nassem Holz und Gitterrosten.
- Regenjacke: auch bei Sonne – Gischt und Tropfwasser kommen von oben und von der Seite.
- Warme Schicht: In der Klamm ist es deutlich kühler als draußen, weil kaum Sonne hineinkommt.
- Bargeld: Manche Kassen nehmen nur bar, zum Beispiel an der Kitzlochklamm.
- Im Winter: Grödel oder Stöcke für vereiste Stellen. Der Betreiber der Breitachklamm empfiehlt Stöcke ausdrücklich.
Sicherheit: Steinschlag, Unwetter, nasse Stege
Klammen mit Kasse werden regelmäßig kontrolliert, an manchen Stellen hängen Steinschlagnetze, in der Liechtensteinklamm wird der Fels sogar laufend überwacht. Ganz ausschließen lässt sich Steinschlag in einer Klamm trotzdem nie – die Betreiber weisen darauf hin, dass man den Weg auf eigene Gefahr geht.
- Nach Starkregen, Gewitter oder Hagel werden Klammen gesperrt. Prüfen Sie am Morgen die Seite des Betreibers.
- Bleiben Sie auf dem Steig und unter den Geländern. Abkürzungen über Felsen oder ins Bachbett sind gefährlich und verboten.
- Nicht unter überhängenden Stellen stehen bleiben, wenn Wasser oder Eis von oben tropft.
- Eine Helmpflicht gibt es in den Klammen dieses Ratgebers nicht. Wer unsicher ist, bleibt bei kurzen, gut ausgebauten Klammen.
Klammen mit Kindern
Kinder lieben Klammen: Wasser, Tunnel, Brücken. Planen Sie aber mehr Zeit ein, als auf dem Schild steht, und nehmen Sie kleine Kinder an die Hand. Für Kinderwagen und Buggys sind fast alle Klammen tabu – in der Partnachklamm ist es ausdrücklich verboten. Eine Rückentrage ist die bessere Wahl. Kurze Einsteiger-Klammen sind die Wimbachklamm (rund 200 Meter) und die Vorderkaserklamm (rund 400 Meter).
Mit Hund in die Klamm
In vielen Klammen sind Hunde an der Leine erlaubt, etwa in der Partnach-, Breitach- und Kitzlochklamm. In der Bärenschützklamm in der Steiermark sind Hunde nicht erlaubt; Gitterroste und Leitern sind für Pfoten ohnehin schwierig. Fragen Sie im Zweifel beim Betreiber nach.
Ohne Auto zur Klamm
Viele Klammen liegen nahe einem Bahnhof oder an einer Buslinie: Stans für die Wolfsklamm, Mixnitz für die Bärenschützklamm, Taxenbach-Rauris für die Kitzlochklamm, Hinterzarten und Breitnau für die Ravennaschlucht. Parkplätze an beliebten Klammen sind im Sommer früh voll – der Bus spart dann Zeit.
Die beste Uhrzeit
Am ruhigsten ist es direkt nach der Öffnung und in der letzten Stunde. Wer fotografieren möchte, hat mittags mehr Licht am Grund der Klamm; morgens und abends liegt sie im Schatten. Im Hochsommer füllen Busgruppen ab etwa 10 Uhr die engen Stege.
